Symptome einer degenerativen Bandscheibenerkrankung

Unsere Bandscheiben befinden sich zwischen unseren Wirbelkörpern. Sie dienen als Stoßdämpfer, geben uns Beweglichkeit in der Wirbelsäule und ermöglichen es uns, verschiedenen Bewegungen entgegenzuwirken. Während die Bandscheiben aller Menschen mit zunehmendem Alter einen gewissen Verschleiß erfahren, entwickeln manche Menschen tatsächlich eine degenerative Bandscheibenerkrankung, die sich dann bemerkbar macht, wenn eine beschädigte Bandscheibe Schmerzen verursacht. Dies kann zu einer Vielzahl von Symptomen mit unterschiedlichem Schweregrad führen.

Laut Cedars Sinai sind die meisten Leute, die an einer degenerativen Bandscheibenerkrankung leiden, aktiv und in ihren Dreißigern oder Vierzigern. Sie klagen häufiger über Schmerzen und Beschwerden, insbesondere im unteren Rückenbereich (die möglicherweise in das Bein ausstrahlen), als der Durchschnitt in diesem Alter. Um sich besser über dieses Thema zu informieren, werfen wir einen Blick auf die häufigsten Symptome und mögliche Ursachen einer degenerativen Bandscheibenerkrankung.

Was ist eine degenerative Bandscheibenerkrankung?

Eine degenerative Bandscheibenerkrankung ist eine altersbedingte Erkrankung, die auftritt, wenn die normale Abnutzung unserer Bandscheiben Schmerzen verursacht. Bandscheiben sind diese gummiartigen Polster, die zwischen den Wirbeln (oder Knochen) in der Wirbelsäule liegen, um Stöße abzufangen und die es uns ermöglichen, aufrecht zu stehen. Zusätzlich sorgen sie für Flexibilität und machen es uns möglichen, durch Beugen und Drehen, uns frei zu bewegen. Außerdem geben sie uns eine gewisse Größe.

Im Laufe des Alters neigen sie zu natürlicher Abnutzung und es kann sein, dass sie nicht mehr so funktionell sind, sagt WebMD. Während der normale Verschleiß dieser Bandscheiben bei den meisten Menschen keine Schmerzen verursacht, führt er bei Menschen mit degenerativer Bandscheibenerkrankung durchaus zu Schmerzen. Wir alle haben immer mal wieder irgendwelche Rückenschmerzen, doch Menschen mit starken oder chronischen Schmerzen, insbesondere bei langem Sitzen, könnten diese Erkrankung haben.

Ursachen

Unsere Bandscheiben bestehen aus einem weichen Innenkern und einer robusten Außenwand. Die folgenden Veränderungen können an diesen Bandscheiben auftreten, die dann wiederum zu einer degenerativen Bandscheibenerkrankung führen können.

Austrocknung

Bei der Geburt bestehen die Bandscheiben in unserer Wirbelsäule aus Wasser, sagt WebMD. Je älter wir werden, desto mehr Wasser verlieren sie und werden dünner. Dieser Wasserverlust führt mit der Zeit dazu, dass die Scheiben flacher werden und sie dadurch Stöße weniger gut abfangen können. Zudem bedeutet das auch, dass zwischen den einzelnen Wirbeln weniger Polsterung oder Dämpfung vorhanden ist. Dies führe zu Schmerzen und Problemen in der Wirbelsäule, erklärt die Quelle.

Risse/Einrisse

Eine weitere mögliche Ursache hinter einer degenerativen Bandscheibenerkrankung sind Einrisse. Die Abnutzung durch unsere alltäglichen Bewegungen oder durch mögliche Verletzungen, die wir im Laufe der Zeit erlitten haben, können winzige Einrisse in der äußeren Wand der Bandscheibe, die Nerven enthält, verursachen. Diese Risse können ziemlich schmerzhaft werden.

„Wenn die Wand einreißt, kann der weiche Kern der Bandscheibe durch die Ritzen dringen. Die Bandscheibe kann anschwellen oder verrutschen, was als Bandscheibenvorfall bezeichnet wird. Dies kann auch benachbarte Nerven beeinträchtigen“, schreibt WebMD.

Symptome

Es ist nicht sehr überraschend, dass Schmerzen eines der häufigsten Symptome einer degenerativen Bandscheibenerkrankung sind. Dieser Schmerz ist scharf und anhaltend, beschreibt WebMD. Er kann so kräftezehrend sein, dass er sogar tägliche Aktivitäten beeinträchtigt. Allerdings gibt es auch Menschen, die diese Erkrankung haben und überhaupt keine Schmerzen verspüren. Dementsprechend variiert die Schwere der Symptome also.

Es ist zwar offensichtlich, dass die Schmerzen im Rücken liegen, jedoch können sie durchaus auch in anderen Bereichen des Körpers auftreten. Sie können im unteren Rücken, im Gesäß, in den Oberschenkeln oder im Nacken vorkommen. Der Bereich des Schmerzes hängt von der Lage der betroffenen Bandscheibe ab. In einigen Fällen kann es auch in die Arme und Hände ausstrahlen. Typischerweise wird es mit zunehmendem Alter schlimmer und kann sogar zu Osteoarthritis führen, meint Medical News Today.

Verstärkte Schmerzen, wenn …

Die Schmerzen, die eine Person mit einer degenerativen Bandscheibenerkrankung erfährt, können bei bestimmten Aktivitäten schlimmer werden und dann wieder nachlassen. Es kommt vor allem auf die Körperhaltung an und wie viel Druck auf die Wirbelsäule ausgeübt wird. Zum Beispiel werden die Schmerzen beim Sitzen zunehmen. Denn „im Sitzen werden die Bandscheiben des unteren Rückens dreimal stärker belastet als im Stehen“, fügt Cedars Sinai an. Ferner nehmen die Schmerzen auch beim Beugen, Drehen oder beim Heben schwerer Dinge zu.

Außerdem werden diese Schmerzen auch verstärkt, wenn eine bestimmte Position über einen längeren Zeitraum gehalten wird, was, laut Spine-Health, die Schmerzen im unteren Rücken verschlimmert. Weitere Ursachen für Probleme können zu langes nach unten schauen, etwa aufs Handy oder ein Buch, sein. Dies verstärkt natürlich die Nackenschmerzen.

Verminderte Schmerzen, wenn …

So wie der Schmerz bei bestimmten Aktivitäten oder Positionen zunehmen kann, kann er natürlich auch abnehmen. Diejenigen, die an einer degenerativen Bandscheibenerkrankung leiden, werden möglicherweise feststellen, dass ihre Schmerzen beim Gehen oder sogar beim Laufen besser sind als beim Sitzen oder Stehen. Das hat wiederum mit dem Gewicht und dem Druck auf den Rücken zu tun. Aber auch durch Positionswechsel oder im Liegen kann der Schmerz vermindert werden.

Wie eben erwähnt, lindern häufige Positionswechsel die Schmerzen. Längeres Verharren in einer Position dagegen, kann die Schmerzen verschlimmern. Zusätzlich sollte man den Nacken regelmäßig dehnen, um Bandscheibenschmerzen zu mindern. Spine-Health ergänzt, dass „kurze, häufige Spaziergänge während des Tages Bandscheibenschmerzen reduzieren können“.

Diese Quelle fügt außerdem hinzu, dass die Schmerzen auch nachlassen, wenn man in einer zurückgelehnten Position sitzt oder sich mit einem Kissen unter den Knien hinlegt. Eine weitere Möglichkeit, die helfen könnte, ist die Verwendung eines Kissens, um den Nacken und seine natürliche Krümmung während des Schlafes zu stützen.

Gefühl des „Nachgebens“

Spine-Health führt dieses Gefühl des „Nachgebens“ auf die Instabilität der Wirbelsäule zurück. Diese Instabilität ist darauf zurückzuführen, dass Nacken oder Rücken keine grundlegende Unterstützung bieten können. Wenn dies der Fall ist, blockieren sie und erschweren jede Art von Bewegung, ähnlich wie bei einem Muskelkrampf (über den wir als nächstes sprechen werden).

Muskelverspannungen und Krämpfe

Eine weitere häufige Folge einer Wirbelsäuleninstabilität sind Muskelverspannungen und Krämpfe. Einige „glückliche“ Menschen mit degenerativen Bandscheibenerkrankung haben möglicherweise überhaupt keine Schmerzen. Allerdings sind dies die Menschen, die dann wiederum mit äußerst schmerzhaften und kräftezehrenden Muskelkrämpfen zu tun haben, meint Spine-Health.

Laut Medical News Today sind diese Muskelkrämpfe der Versuch des Körpers, die Wirbel zu stabilisieren, was eben ziemlich schmerzhaft sein kann.

Ausstrahlende Schmerzen

Die mit einer degenerativen Bandscheibenerkrankung verbundenen Schmerzen variieren je nach Körperposition, allerdings können sie auch in Schüben „ausstrahlender Schmerzen“ auftreten, die Phasen mit wechselnd starken Schmerzen verursachen. Es kann auch ein scharfes, stechendes oder heißes Gefühl sein. Laut Spine-Health können Schmerzschübe mit Aktivität oder abnormaler Belastung der Wirbelsäule zusammenhängen, aber auch ohne jeglichen Grund auftreten.

„In Fällen von zervikaler Bandscheibendegeneration werden diese Schmerzen in der Schulter, im Arm oder in der Hand wahrgenommen (sogenannte zervikale Radikulopathie)“, schreibt Spine-Health. „In Fällen von lumbaler Bandscheibendegeneration werden Schmerzen in den Hüften, im Gesäß oder an der Rückseite des Beins empfunden (auch als lumbale Radikulopathie bezeichnet).“

Diese Schmerzperioden können einige Tage bis einige Monate andauern, bevor sie sich bessern. Die Reichweite kann von lähmenden Schmerzen bis hin zu einem eher nervigen Schmerz reichen, der nur einige Beschwerden verursacht. Schließlich können die Schmerzen auf ein niedriges Niveau zurückkehren oder vorübergehend ganz verschwinden.

Taubheit und Kribbeln

Man kann auch ein Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Extremitäten haben, jedoch tritt dies, laut WebMD, nur in einigen Fällen auf. Wenn allerdings, dann in Armen und Beinen. Der Quelle zufolge „bedeutet dies, dass die beschädigten Bandscheiben die Nerven in der Nähe der Wirbelsäule beeinträchtigen können.“

Schwäche

Wie bereits erwähnt, können die Symptome einer degenerativen Bandscheibenerkrankung auch in anderen Bereichen des Körpers als dem Rücken auftreten. Eine davon wäre eine Schwäche der Beinmuskulatur oder die Fußheberschwäche, auch Fallfuß genannt. Wenn dieses Symptom auftritt, ist es wahrscheinlich ein Zeichen für eine Schädigung der Nervenwurzel, sagt Cedars Sinai.

Chronischer Schmerz

Wiederum leiden einige Menschen mit degenerativer Bandscheibenerkrankung unter chronischen Schmerzen, das sind starke Schmerzen, die einen vollständig beeinträchtigen. „Das Ausmaß der chronischen Schmerzen – als Basisschmerz bezeichnet – ist von Person zu Person sehr unterschiedlich und kann von fast keinen Schmerzen oder nur einer nervigen Reizung bis zu ernsthaften und behindernden Schmerzen reichen“, schreibt Spine-Health.

Auch wenn es äußerst selten vorkommt, kann diese Art von Schmerzen bei Menschen mit degenerativer Bandscheibenerkrankung auftreten.

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